Das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) ist das trilaterale Handelsabkommen, das NAFTA am 1. Juli 2020 ersetzt hat. Es regelt einen jährlichen Handel zwischen den drei nordamerikanischen Ländern von rund 2 Billionen USD und bietet Präferenzzollsätze – häufig null – für Waren, die die Ursprungsregeln erfüllen. Das Abkommen enthält aktualisierte Bestimmungen zu digitalem Handel, geistigem Eigentum, Arbeitsstandards und Umweltschutz, die in NAFTA fehlten.
Warum ACE für Importeure wichtig ist
Für Importeure, die aus Mexiko oder Kanada beziehen, kann das USMCA Zollkosten vollständig vermeiden oder deutlich senken. Die Ursprungsregeln des Abkommens sind jedoch strenger als unter NAFTA. Produkte müssen bestimmte Kriterien erfüllen – darunter Anforderungen an den Zolltarifwechsel, regionale Wertschöpfungsschwellen und in einigen Fällen Vorgaben zum Arbeitswert –, um eine Präferenzbehandlung in Anspruch nehmen zu können. Eine Herstellung in Mexiko oder Kanada allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt qualifiziert ist.
Bei der korrekten Inanspruchnahme von USMCA-Vorteilen steht viel auf dem Spiel. Die CBP prüft Ursprungsnachweise und kann die Präferenzbehandlung rückwirkend versagen, volle MFN-Zölle auf frühere Zollanmeldungen nacherheben und Strafen verhängen. Da die erste verpflichtende Überprüfung des Abkommens im Juli 2026 beginnt, sollten Importeure ihre USMCA-Compliance jetzt überprüfen, damit ihre Ansprüche belastbar verteidigt werden können.
Wichtige Details
- Das USMCA trat am 1. Juli 2020 in Kraft und ersetzte das 26 Jahre alte NAFTA.
- Das Abkommen läuft 16 Jahre und sieht nach 6 Jahren eine verpflichtende gemeinsame Überprüfung vor (Juli 2026). Zu diesem Zeitpunkt kann jede Vertragspartei entscheiden, sich zurückzuziehen.
- Die Ursprungsregeln für Automobile gehören zu den komplexesten in einem Handelsabkommen: Sie verlangen einen regionalen Wertschöpfungsanteil von 75 % (gegenüber 62,5 % unter NAFTA) sowie einen Mindestarbeitswert von 16 USD/Stunde für 40-45 % des Fahrzeuganteils.
- Das USMCA hat die Investor-Staat-Streitbeilegung zwischen den USA und Kanada abgeschafft und zwischen den USA und Mexiko eingeschränkt.
- Das Abkommen erfordert ein Ursprungszertifikat (das vom Produzenten, Exporteur oder Importeur selbst zertifiziert werden kann), um eine bevorzugte Behandlung zu beantragen.
Die Überprüfung 2026
Die erste verpflichtende Überprüfung des USMCA beginnt im Juli 2026. Alle drei Länder müssen bestätigen, dass sie das Abkommen verlängern möchten. Eine Kündigung gilt zwar als unwahrscheinlich, dennoch wird erwartet, dass die Überprüfung Änderungen und aktualisierte Anforderungen mit sich bringt. Importeure, die auf USMCA-Vorteile angewiesen sind, sollten die Entwicklungen eng verfolgen, da Änderungen der Ursprungsregeln die Berechtigung ihrer Produkte beeinflussen könnten.
Für einen detaillierten Vergleich der Anforderungen von USMCA und NAFTA siehe unseren Leitfaden zu USMCA vs. NAFTA.