Lebensmittelkennzeichnung wird für Importeure zu einem deutlich schärferen Durchsetzungsfeld. Im Juni 2025 aktualisierte die FDA das Compliance Program 7321.005 — jetzt mit dem Titel General Food Labeling Requirements and Labeling-Related Sample Analysis – Domestic and Import — und ersetzte damit die alte Fassung von 2010. Die FDA erklärte, dass die Aktualisierung die aktuellen Kennzeichnungsvorschriften, operativen Leitlinien und Durchsetzungsprioritäten widerspiegelt und die Aufsicht über inländische wie importierte Lebensmittel verbessern soll.

Gleichzeitig zeigen die Prioritäten des FDA-Programms für Human Foods 2026, dass die Kennzeichnung in Bewegung bleibt. Die FDA plant 2026 Arbeiten an Leitlinien zur Online-Kennzeichnung von Lebensmitteln, zur Umsetzung des aktualisierten Claims „healthy“ und zu fortgesetzten Maßnahmen bei Identitätsstandards. Das Feld „Nutrition Info“ auf der Vorderseite der Verpackung ist weiterhin nur eine vorgeschlagene Regel, zeigt aber klar, in welche Richtung die Behörde steuert.

Der Fehler vieler Importeure besteht darin anzunehmen, dass „Kennzeichnung“ nur die Einzelhandelsverpackung meint. In der Praxis liegt das Kennzeichnungsrisiko 2026 in Formulierungen, Zutatenbezeichnungen, Allergenangaben, Claims und sogar Inhalten im digitalen Regal.

1. Allergenkennzeichnung ist nach wie vor ein vorderes Risiko

Das aktualisierte Kennzeichnungsprogramm der FDA umfasst ausdrücklich Sesam als neuntes Hauptallergen, und die FDA veröffentlichte im Januar 2025 aktualisierte Leitlinien zu Lebensmittelallergenen. Damit wird die Richtigkeit von Allergenangaben zu einem grundlegenden Importkontrollthema und nicht nur zu einem optionalen rechtlichen Prüfschritt.

2. Falschkennzeichnung ist ein echtes Importproblem, kein theoretisches

Das Importwarnsystem der FDA umfasst Import Alert 99-39 für importierte Lebensmittelprodukte, die offenbar falsch gekennzeichnet sind. Das ist wichtig, denn ein Kennzeichnungsfehler ist nicht nur ein Marketingproblem; er kann zu einem Problem an der Grenze werden.

3. Entscheidungen zu Zutaten und Zusatzstoffen werden riskanter

Wenn ein Produkt eine Zutat oder einen Zusatzstoff enthält, der die US-Anforderungen nicht mehr erfüllt, liegt das Problem nicht nur im Etikettentext. Bei der Einfuhr kann daraus ein Problem wegen eines unsicheren Zusatzstoffs werden. Die FDA hat mit 99-45 eine separate Importwarnung für Lebensmittel, die einen unsicheren Lebensmittelzusatzstoff enthalten, und Red No. 3 befindet sich nun auf einem verbindlichen Pfad zur Entfernung aus Lebensmitteln bis zum 15. Januar 2027.

4. Claims müssen 2026 überprüft werden, insbesondere „healthy“

Die FDA hat einen aktualisierten Rahmen für den Nährstoffgehalt bei „healthy“-Claims finalisiert, und die Prioritäten der Behörde für 2026 umfassen weitere Umsetzungsarbeiten. Importierte Produkte, die Claim-Formulierungen verwenden, sollten daher an den aktuellen US-Standards gemessen werden, nicht an alten Markentexten oder Annahmen aus dem Ausland.

5. Ihre Online-Produktseiten werden Teil der Compliance-Diskussion

Die FDA gibt an, dass Online-Lebensmitteleinkäufe inzwischen mehr als 20 % der Lebensmitteleinkäufe landesweit ausmachen, und plant für 2026 einen Leitlinienentwurf, um den Online-Zugang zu Nährwertangaben, Zutaten und Allergenen zu verbessern. Importeure, die über Handelspartner oder digitale Marktplätze verkaufen, sollten digitale Etiketteninhalte jetzt als Compliance-Workflow behandeln, nicht erst später.

Ein Planungstermin, der wichtig ist

Die FDA hat den 1. Januar 2028 als einheitliches Compliance-Datum für endgültige Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung festgelegt, die zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 31. Dezember 2026 veröffentlicht werden, sofern eine spezifische endgültige Regel kein anderes Datum vorsieht. Das ist ein Planungsinstrument, aber kein Grund, die Korrektur bereits nach geltendem Recht fehlerhafter Etiketten aufzuschieben.

Eine weitere Nuance, die Importeure wissen sollten

Der Leitfaden der FDA zur Lebensmittelkennzeichnung bleibt hilfreich, doch die FDA weist selbst darauf hin, dass die Abschnitte zu Allergenen und Nährstoffen überarbeitet werden und nicht alle aktuellen Anforderungen widerspiegeln. Importeure müssen die aktuellen Leitlinien prüfen und dürfen sich nicht auf alte PDFs oder Annahmen von Lieferanten verlassen. Die FDA weist außerdem darauf hin, dass sie Lebensmittelkennzeichnungen nicht vorab genehmigt.

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